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Rekordversuch für das Guinness Buch der Rekorde

 

Im August 2002 wurde die historische Steinbrücke in Grimma, (von Baumeister Pöppelmann 1716/19 erbaut) und die Hängebrücke über die Mulde durch die Wassermassen der Jahrtausendflut zerstört.241_bruecke

 

Während die Reste der Pöppelmannbrücke bis zum Wiederaufbau im Jahr 2010 noch zerstört in der Mulde standen, ist die Hängebrücke schnell wieder in alter Schönheit restauriert worden. Als “Brückenschlag” sollte die längste Fotoausstellung der Welt an einer Fotoleine einen Bogen zwischen den beiden Brücken herstellen, sie symbolisch miteinander verbinden und ein Zeichen setzen. Die Ausstellung begann an der östlichen Seite der zerstörten Brücke. Von hier aus überspannten die Fotografien mit ihren vielfältigen Themen die Brücke. Die Ausstellung zog sich am westlichen Ufer der Mulde entlang der Promenade, vorbei am Schloss Grimma und dem Gymnasium St. Augustin, bis hin zur ersten Station in die Klosterkirche. Die Fotoschau führte wieder aus der Kirche hinaus zum Heimatmuseum, weiter an der Stadtmauer entlang, vorbei an der Großmühle bis hin zur Hängebrücke unterhalb der Gattersburg. Auch die Hängeseilbrücke wurde überquert und die Ausstellung endete an deren östlichem Ufer im Grimmaer Stadtwald. Die Gesamtlänge betrug rund 2200 Meter, dementsprechend war der Bedarf an Fotoaufnahmen riesengroß. Der bisherige Rekord, aufgestellt von der Gesellschaft für Fotografie im Jahre 2001 auf dem Gelände der ORWO-Filmfabrik Wolfen, stand bei 1650 Meter. Leider wurde unser (eigentlich) neuer Rekord von Guiness Records in London nicht anerkannt, da wir von kleinen Fotos bis zu Riesenpostern alles an Wäscheleinen befestigt hatten. Erst im Nachhinein wurde uns mitgeteilt, dass nur Fotos gleichgroßen Abmaßes für den Rekord zugelassen sind ...


Zeitungsartikel - Wochenkurier vom Mai 2004:

 

 

 

Rekordjagd über der Mulde

 

 

 

Grimmaer Kunst- und Fotoverein will zum 40. ins Guinnessbuch

 

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Grimma/Landkreis. Der Arbeitskreis Fotografie des Kunst- und Fotovereins Grimma e. V. schaut in diesem Jahr auf vier Jahrzehnte Arbeit mit Kamera und Zelluloid zurück. Dies soll gefeiert werden. Und die Muldentaler sind dazu herzlich eingeladen.

Der Muldentalkreis hat die Folgen der Hochwasser-Katastrophe überwunden. Wie besser könnte dies dokumentiert werden als mit dem Unterfangen, ins Guinnessbuch der Rekorde zu gelangen!? Der Arbeitskreis Fotografie des Kunst- und Fotovereins Grimma e. V. hat sich dieses ehrgeizige Ziel auf die Fahnen geschrieben. "Wir wollen für die Muldentaler am 22. Mai eine große Party veranstalten", kennt Vereins-Sprecher Thomas Kube die Details. "Und den Höhepunkt des Festes soll der Versuch bilden, Aufnahme ins Buch der Rekorde zu finden."

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich die rund 20 Vereinsmitglieder mächtig ins Zeug legen. Und alle Muldentaler dazu. Denn ohne ihre Unterstützung wirds nichts mit dem Rekord, werden doch an der längsten Foto-Leine, die der Verein vom Grimmaer Stadtwald-Muldeufer über die Pöppelmann-Brücke bis zur Klosterkirche und dann weiter zur Hängebrücke spannen will, tausende Fotos ihren Platz finden. Die Vorgabe, die es zu schlagen gilt, ist nicht von Pappe. Immerhin schaffte es die Gesellschaft für Fotografie Wolfen vor gut drei Jahren, eine 1620 Meter lange Leine mit Fotos zu bestücken. "Das Reglement besagt", weiß Kube, "dass die Fotos mindestens im Abstand von zehn Zentimeter platziert sein müssen. Nimmt man die von uns geplante Strecke von 1.800 bis 2.000 Metern zur Grundlage, dann müssen die Muldentaler schon ganz gehörig ihre Foto-Alben plündern."
Der Verein wird es ihnen jedoch am 22. Mai 2004 danken. Denn rund um den Rekordversuch will er ein üppiges Rahmenprogramm auf die Beine stellen. So wird sich etwa das Grimmaer Muldeufer in eine Kunst-Meile verwandeln, auf der sich die malende Fraktion des Kunst- und Fotovereins über die Schultern schauen lässt, und die Klosterkirche in ein Atelier, in dem sich Foto-Profis und -amateure ein Stelldichein geben. Und zum Abschluss der Party wird Drogist "Schorsch" Dornig den Muldentaler Nachthimmel mit einem Barockfeuerwerk zum leuchten bringen.
Bei aller Rekordjagd und Partystimmung hat der Verein jedoch auch die ernsten Dinge des Lebens nicht aus den Augen verloren. "Dass die Fotoleine über die Pöppelmannbrücke gespannt wird, kommt nicht von ungefähr", so Kube. "Vielmehr wollen wir auf diese Weise die Brückenreste symbolisch zusammenführen und das Bauwerk wieder ins Gespräch bringen."

R. Dietze